Eventbericht

Wie Staubsaugervertreter von Haus zu Haus – das erste Mal auf „The Base“

von Prophet

Airsoftevents e.V. veranstaltet seit Dezember 2015 auf einem Trainingsgelände am Rande des Flughafens Weeze Airsoft Spiele. Das Gelände wurde bisher ausschließlich als Übungsgelände für verschiedene Einsatzkräfte genutzt. Am vergangenen Sonntag (28.02.2016) fand hier die Saisoneröffnung 2016 statt und erstmals war SIERRA 15 bei einem Event auf „The Base“.

Da der Flughafen Weeze heute überwiegend von Ryanair als Verkehrsflughafen „Düsseldorf Weeze“ genutzt wird, ist der Weg dorthin von der Autobahn aus schnell überwunden. Nach dem Abstellen und Ausladen des Autos folgte ein Ablauf, der weniger zügig überwunden wurde: die Anmeldung. Bei 337 Teilnehmern (laut ASVZ angemeldet) und jeweils einem Check-in pro Spielpartei dauerte diese eine Weile. Ab einem gewissen Punkt in der Schlange war es möglich, Armbinden in entsprechender Teamfarbe (Achtung, man braucht für jeden Arm eine!), Bio BBs (0,25g von G&G) und Rauchgranaten (Enola-Gaye) zu erwerben.

Haus, Wald, Haus, Straße, Haus, Wald, …

Hatte man die Anmeldung hinter sich, lief man entlang des Verkaufsstandes von MAXS, der Essensausgabe und dem Pavillon von Danninone-Fotografie zu einigen Reihenhäusern, die als Umkleide und Lager dienten. Nach dem hauslichen Einrichten, dem Aufgearen und der Einweisung in Regelwerk und Missionen, die viele Spieler durch Verzögerungen bei der Anmeldung nicht mitbekamen, begaben sich die Teams zu ihren Spawnpunkten. Auf dem Weg dorthin wurde klar, dass das Gelände zahlreiche baugleiche Reihenhäuser mit verwilderten Gärten und Wäldern, sowie offene Straßen aufweist.

Nachdem ich eine nachträgliche zweite Armbinde besorgt und somit das Missionsbriefing verpasst hatte, wurde mir die Mission von anderen Spielern übermittelt: Fünf Metallbehälter finden. Eine Angabe über die Dauer oder weitere Details konnten sie nicht geben. Mit dieser Info zog ich mit drei weiteren Spielern los um den einen oder anderen Behälter zu finden. Vorbei am ersten Reihenhaus ging es durch eine Art verwilderten Waldgarten mit teilweise sehr dichtem Gebüsch, Blechschuppen, Lamellen- und Maschendrahtzäunen. Ein Blattanzug ist hier definitiv von Vorteil. Am nächsten Reihenhaus angekommen, ging es durch die Hintertür in die schicke senfgelbe Küche und wo wir prompt den ersten Behälter mit der Aufschrift „biohazard“ fanden, die besser auf den versifften Kühlschrank gepasst hätte. Bei der Abgabe im HQ hieß es dann aber, dass „radioaktiv“ draufstehen müsse. Ein Funkaustausch mit der Spielleitung brachte kurzzeitig mehr Verwirrung als Klärung: „Ne, „biohazard“ ist richtig!“ – „Ok, doch nicht, es muss „radioaktiv“ draufstehen, „biohazard“ ist für das andere Team.“ Also gab es zwei Sorten, gut zu wissen. Aber na, war eh viel zu einfach. Nachdem das nun also geklärt war, brachten wir den Behälter zurück an seine Position und rückten weiter in Richtung der vermeintlichen Front – durch das Haus, durch den Garten, über die Straße, durch’s nächste Haus, den nächsten Garten, die nächste Straße. Von einem Missionsende, oder der nächsten Mission, einen VIP zu finden, bekamen wir nichts mit.

Aus allen Rohren – und Fenstern

Alle Reihenhäuser sind im Grunde identisch. Sie bestehen aus drei bis fünf Wohnungen, welche von der Eingangstür aus einen schmalen Flur samt Treppe, ein durchgängiges Wohn-Esszimmer und eine Küche mit Terrassentür aufweisen. Ein Keller ist unter der Treppe betretbar, aber spieltechnisch irrelevant. Im Obergeschoss gibt es ein Bad, zwei Zimmer und einen Spiegel für Gearbitches. Dachböden sind vorhanden, aber nicht begehbar. Taktisch interessant ist jedoch die Tatsache, dass alle Wohnungen über das Obergeschoss miteinander verbunden sind. Während unten die Wohnungen separiert sind, gibt es oben einen langen Flur durch alle Wohnungen. So konnte man seine Position innerhalb des Hauses großzügig verlagern oder für den Rückzug einen sichereren Ausgang wählen und dabei die teils rosanen und mit Katzen bemalten Wände bestaunen.

Auch wenn alle Fenster praktisch geöffnet werden konnten, so war das Schießen jedoch nicht aus allen Fenstern gestattet. Es durften nur jene geöffnet werden und bleiben, in deren Nähe sich ein Band an der Wand befand, mit dem das Fenster offen fixiert werden konnte. Diese Regel haben offensichtlich nicht alle verinnerlicht. Es lief wiederholt auf Häuserkämpfe hinaus. Entweder direkt am Haus, von einem zum gegenüberliegenden Haus. So verbrachte man 80% der Zeit in oder an Häusern. Wie die Zeugen Jehovas. Nur, dass die eher selten IN Häuser kommen. Die restliche Zeit ging dann für die Bewegung und die Gefechte in den Gärten/Wäldern drauf. Auch wenn es im Grunde nur diese beiden Gelände- und Konfrontationsarten gab, so blieb es dennoch spannend. Denn die Größe des Geländes, die zahlreichen begehbaren Gebäude und die teilweise sehr dichten Waldstücke ließen viel Spielraum für Flankierungen und stets neue Kämpfe. Wer nicht in Bewegung blieb, war schnell für lange Zeit festgenagelt. Und wer über Rauchgranaten oder BB-Granaten verfügte, war beim Häuserkampf klar im Vorteil und konnte nach dem Klopfen an die Haustür so manche verfahrene Situation schnell lösen oder die „Bewohner“ zu einem Staubsaugerkauf überreden.

Essen fassen, zweite Runde und Resümee

Schnell fiel auf, dass niemals 337 Spieler auf dem Feld waren. Entweder waren weniger anwesend als angemeldet, oder sie nutzten die ausgedehnte Mittagszeit. Während der Mittagspause bot das Catering verschiedene Gerichte: Suppen, Bratwurst, Folienkartoffeln und Frikadellen. Eine gute Stärkung zwischendurch und allemal besser als die denaturierten Corny in meiner Utility Pouch.

Nach herzhafter Suppe und Frikadelle stieg ich wieder ins Spiel ein. Capture the Flag war angesagt. Das Spielverhalten verhielt sich jedoch wie zuvor. Lediglich das abschließende Gefecht meines Squads am Boden eines Waldes war bequemer und anders als in der vorherigen Runde.

Insgesamt war der Spieltag aber trotzdem spaßig. Es war halt eher Speedgame als missionslastig. Die Missionen kann ich nicht wirklich bewerten, da ich leider die Briefings verpasste und eh permanent mit Hausbesuchen beschäftigt war. Die Orga war vorbildlich, freundlich und zuvorkommend wenn man Fragen hatte, oder Action suchte. Und auch wenn sich das Gelände wiederholt, so muss die Taktik dies nicht tun. Zwar wäre das Spiel vermutlich dynamischer wenn weniger Spieler teilnehmen würden und sich somit die Fronten nicht immer wieder entlang einer Straße verhärten würden. Neue Wege zu finden und Zugang zu besetzten Gebäuden zu finden war dennoch immer wieder eine spannende Herausforderung. Insbesondere ohne zuvor genannte Granaten oder Staubsauger.

Vielen Dank an die Orga und an unsere Buddies der Blackops Wiesbaden, die mit uns das Wohnzimmer geteilt haben!
SIERRA 15 wird am 13.03. erneut und in größerer Zahl vertreten sein.

Nachtrag 14.03.2016: Beim Event am 13.03. war ungefähr die Hälfte an Spielern dort. Der Spielfluss war dadurch tatsächlich weitaus dynamischer und es gab weniger bis kaum festgefahrene Situationen. Durch die Erfahrung und unser besseres Timing haben wir auch alle Briefings vollständig mitbekommen. Die Missionen „drei Zylinder sicherstellen“, „VIPs gefangen nehmen“, „Team Deathmatch“ für die Mittagspause und „Capture the Flag“ waren wie beim letzten Mal und die Orga war wiedermal erste Sahne. Vielen Dank noch mal!

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