Review

Predator Combat Pants: ein Räuber im Revier von Crye und Co

von Prophet

Da ich einerseits kein Freund davon bin, Kleidung mit Tarnmuster in der Öffentlichkeit zu tragen, andererseits aber die Funktion von Einsatzbekleidung für Outdooraktivitäten schätze, musste so langsam mal eine brauchbare, einfarbige Hose her – nicht zuletzt, um dem lässigen PMC-Style mit meinen geliebten Holzfällerhemden zu frönen.

Recherche und Auswahl

Bevor ich zahlreiche Online-Shops und Herstellerseiten durchwälzte, stellte ich ein paar Anforderungen an die künftige Hose auf, die vor allem auf meiner Erfahrung mit der G3 Combat Pant von Crye Precision basieren:

  • einfarbiges Design in Ranger Green oder Olive Drab
  • außenliegende Knieprotektoren bzw. Kompatibilität mit meinen Crye Airflex Pads
  • Verstellmöglichkeiten für die Weite der Hosenbeine an Kniekehle und Knöchel
  • eine ausreichende Anzahl an Taschen ohne Knöpfe
  • ein angemessener Preis für Ware und Nutzungshäufigkeit

Nach Abzug von Rabatten in verschiedenen Läden und Einbeziehung Sonderangeboten schafften es folgende Hosen in die Auswahl: UF Pro Striker XT, Clawgear Raider Mk. IV, Clawgear Stalker Mk. III und eben die Predator von Invader Gear. Eine weitere Crye G3 kam wegen des Preises gar nicht erst in Frage. Die einzige Hose, die alle Kriterien erfüllt, ist die Predator. Also wurde diese prompt für rund 75 € bestellt.

Kampfansage an Cryes G3

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Die Anpassung der Kniehöhe erfolgt über ein Band in den seitlichen Eingreiftaschen.

Angekommen und ausgepackt machte die Hose direkt einen sehr guten ersten Eindruck. Sie ähnelt der G3 nicht nur förmlich, sondern fühlt sich beinahe identisch an. Das Ripstop-Gewebe aus 65 % Baumwolle und 35 % Polyester (vgl. G3: 50 % Baumwolle und 50 % Nylon) wirkt nur minimal dünner und leichter, fühlt sich aber sehr hochwertig an. Einen gleichermaßen hochwertigen Eindruck machen auch die häufig doppelten Nähte, Klettverschlüsse, sowie das elastische Gewebe um die Knie und das Gesäß herum. Zur Trockenzeit kann ich bisher noch keine Aussage machen. Oftmals trocknet eine 50/50-Mischung etwas schneller.

Vorerst könnte man also sagen, dass es sich bei der Predator um einen astreinen G3 Klon handelt. Doch dass dies nicht der Fall ist, zeigen diverse Unterschiede, die man bei einem tatsächlichen Nachbau nicht finden sollte. Dazu gehört z.B. schlichtweg eine andere Anzahl und Anordnung von Taschen. Signifikantester Unterschied ist jedoch der großzügig gepolsterte Hosenbund (wie ihn noch die AC/G2 hatten), wodurch auch das stramme Tragen eines Battlebelt eine Ecke bequemer wird. Dadurch ist am Bund jedoch kein Platz für eine Verstellung der Bundweite wie bei der G3.

Das einzige, was mich bisher an der Hose ein wenig stört, sind die fehlenden Cover für die Einschübe an den Knien, wodurch ohne Pads ein Loch über dem Stretch-Material klafft. Auch machen die mitgelieferten Pads keinen tollen Eindruck. Sie sind unflexibel und die Schaumstoffbasis ist schief geschnitten. Aber deshalb ist mir die Kompatibilität mit den Crye Airflex Pads wichtig. Diese passen einwandfrei in die Einschübe. Wie ich später durch Zufall feststellte, lässt sich die Höhe der Pads einstellen – nur eben nicht wie von der G3 gewohnt in der Aufsetztasche direkt über dem Knie, sondern in der oberen Seitentasche.

Combat Pants in ihrer natürlichen Umgebung

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Durch die Klettverschlüsse an Kniekehle und Knöchel sitzt die Hose bei jeder Bewegung wie angegossen.

Der erste Einsatz ließ nicht lange auf sich warten: Auf „The Base“ hatte die Hose ihre Feuerprobe zu bestehen. Die Herausforderung bestand in häufigem Knien in Schutt und Geäst, Treppensteigen, Klettern über Zäune und umgestürzte Bäume, der Isolation von Bodenfeuchtigkeit und -kälte, sowie natürlich dem Tagekomfort und der Zugänglichkeit der Taschen. Das Ergebnis lässt sich kurz fassen: Herausforderung bestanden! Der Tragekomfort steht der weitaus teureren G3 in nichts nach, sondern ist durch den gepolsterten Bund in Verbindung mit einem Battlebelt womöglich sogar noch ein wenig besser. Auch die Bewegungsfreiheit lässt keine Wünsche offen. Das von mir gewählte Oliv funktionierte in den Waldstücken sehr gut und wirkte natürlich. Der Farbton weist im Vergleich zu Ranger Green einen höheren Grünanteil auf.

Einziger Wehmutstropfen ist die Anordnung der großen Beintaschen relativ weit hinten am Bein. In einer der Taschen führe ich mein Deathrag mit mir und das Verstauen in der Tasche erfordert schon ein wenig Verdrehen. Vermutlich hätten die Standard-Kniepads schlecht abgeschnitten, da sie einfach nicht so bequem und ergonomisch sind, wie die Airflex.

Persönliches Fazit: echte Konkurrenz für Crye

Insgesamt machen die Predator Combat Pants von Invader Gear einen hervorragenden Eindruck auf mich. Die Hose erfüllt all meine Anforderungen und ist dabei gegenüber vergleichbar praktischen wie komfortablen Hosen mit rund 75 € extrem günstig bei einwandfreier Qualität. Darüber hinaus ist sie in zahlreichen Farben erhältlich. Wer aber beispielsweise Wert auf originales Crye Multicam legt, wird hier nicht fündig, oder muss sich mit dem sehr ähnlichen MTP anfreunden. Und wer weniger Körperklaus ist als ich, der hat sicherlich auch weniger mit den Beintaschen zu kämpfen.

Mein Tipp für eine rundum zufriedenstellende Nutzung ist die nun häufig erwähnte Verwendung von Crye Airflex Kneepads oder entsprechenden Klonen.

Die Predator erhält von mir eine ganz klare Kaufempfehlung, insbesondere wenn man einfarbige Combat Pants sucht. Das Preis-Leistungs-Verhältnis ist unschlagbar und macht die Hose zusammen mit der einwandfreien Gesamtqualität zu einem ernsthaften Konkurrenten für Crye und Co – nicht nur für Vernunftskäufer.

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